Glaskunst und die Kunst des Einbaus
Wassertrüdingen 18. Juli 2007, es ist 13.00 Uhr. Nach einer letzten Stärkung kann es losgehen. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Nun stehen die Mitarbeiter der Firma Maurer Metallbau bereit und warten auf die Vorgaben von Künstler und Architekt für den Einbau der Glasscheiben an der Neuapostolischen Kirche.
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Etwa fünf Wochen vorher bei arcon-dur, einem Unternehmen, das sich im Bereich der technischen Glasbeschichtung spezialisiert hat: Auf Floatglasscheiben wird hier mittels Siebdruckverfahren der Entwurf des Künstlers Jörg F. Zimmermann aufgedruckt. Anschließend werden die Farben, während des Glasvorspannprozesses, bei 650° eingebrannt und somit dauerhaft mit dem Glas verbunden. Im nächsten Schritt erhalten die Gläser, auf der siebbedruckten Seite, eine Sonnenschutzbeschichtung. Zum Schluss werden die eigentlichen Isolierglasscheiben zusammengesetzt. Sie bestehen in diesem Fall aus zwei Einzelscheiben mit Zwischenraum. Im Zwischenraum befindet sich eine Gasfüllung, die dem Wärmeschutz dient. Zusammengehalten werden die Scheiben durch den sogenannten Randverbund aus Dichtstoff. Die siebbedruckte und sonnenschutzbeschichtete Seite befindet sich hierbei im Scheibenzwischenraum.
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Mittlerweile haben Handwerker und Entwerfer die Fassadenpläne genaustens studiert und die ersten Scheiben für den Einbau ausgesucht. Mittels reiner Muskelkraft werden sie an ihren Bestimmungsort befördert und zunächst provisorisch befestigt. Im Erdgeschossbereich lassen sich die bis zu 75 kg schweren Isolierglasscheiben relativ leicht einsetzen. Der Transport an die oberste Einbaustelle, auf rund 9 m Höhe, ist aber doch mit einiger Kraftanstrengung verbunden. Dank der großen Geschicklichkeit der Handwerker kann das Glaspuzzle aber ohne Probleme zusammengesetzt werden. Alle Motivscheiben sitzen nun an der richtigen Stelle. Da ist dem Architekten Martin Hertlein die Erleichterung anzusehen.
In den nächsten Tagen folgen noch die Restarbeiten an der Fassade: Die Firma Maurer muss noch die Halteleisten und die Abdeckungen an der Außenseite anbringen. Und wenn dann das Gerüst abgebaut ist, kann die Glasfassade schon mal in ihrer ganzen Pracht bewundert werden.
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Bauherr:
Neuapostolische Kirche Süddeutschland, K.d.ö.R.
Fassadenbau:
Maurer Metallbau, Weißenburg
Siebdruck und Isolierglas:
arcon-dur, Feuchtwangen
Entwurf und Umsetzung Glaskunst:
Jörg F. Zimmermann, Uhingen
Entwurf, Planung und Bauleitung:
Architekturbüro Maier + Hertlein, Weißenburg
http://www.mp-architekten.de/
[Red. Gem.] 19.07.2007